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Isabel Moss
Lesedauer 11 Min
2. Februar 2026

Grammys Outfits 2026: Dark Elegance trifft Skin-Season

Durchsichtig, Black-Beauty und Wild-Life – die Grammys Outfits 2026 sorgen für Aufregung. Ebenso wie der Rest der Verleihung. Es war laut. Es war emotional. Es war politisch. Und manchmal auch einfach nur komplett absurd.

Illustration des Buchstabens G, symbolisch für die Grammy Awards
© Clara Nabi

Grammys Outfits: Glitzer, Corsagen, Cape-Momente

Los Angeles hat wieder geleuchtet – aber nicht nur im Sinne von Blitzlicht und Diamanten. Die Grammys 2026 waren eine dieser Nächte, die sich anfühlen wie ein Popkultur-Shortcut: Alles passiert gleichzeitig, jede Szene ist Meme-verdächtig, jede Rede kann plötzlich politisch werden, und auf dem Red Carpet kämpfen „Dark Elegance“ und „X-Rated Daring“ um die gleiche Schlagzeile.

Eleganter schwarzer Pumps mit mehreren Schlaufen und Diamant-Applikationen
Schwarzer Pumps mit minimalen Aufsätzen an der Spitze

Die 68. Grammy Awards wurden im Crypto.com Arena verliehen, Trevor Noah moderierte zum sechsten Mal in Folge. Was sonst noch passierte? Bad Bunny gewinnt Album of the Year und weint. Billie Eilish gewinnt Song of the Year, wird zensiert und bleibt trotzdem die lauteste Person im Raum.

Kendrick Lamar nimmt gefühlt alles mit, was nach Rap riecht – und bekommt am Ende sogar einen Record-of-the-Year-Moment, den Cher fast in eine komplette Parallelrealität schiebt. Lady Gaga sammelt Grammys wie andere Leute Lippenstifte und performt „Abracadabra“ als Nebel-Rock-Drama.

Und über allem liegt ein Thema, das sich durch die ganze Nacht zieht: Protest gegen ICE, sichtbar auf Pins, hörbar in Reden, und so präsent, dass selbst die TV-Zensur irgendwann nur noch hinterherhecheln kann.

Grammy-Vibes: Wenn ein Abend ein ganzes Musikjahr einsammelt

Großes Logo-Schild der Grammy Awards 2026
Die größte Nacht der Musik – und diesmal mit extra viel Gefühl. Und Style © John Parra / Getty Images

Die Grammys sind nicht einfach nur eine Preisverleihung. Sie sind Statussymbol, Streitpunkt und Zeitgeist-Barometer in einem. Wer hier gewinnt, wird nicht nur ausgezeichnet – der bekommt ein kulturelles Stempelchen auf die Stirn: relevant. wichtig. „dieses Jahr geprägt“.

Und klar: Die Academy liegt nicht immer goldrichtig. Aber die Grammys sind genau deshalb so ein Magnet, weil sie gleichzeitig ernst und komplett drüber sind. Musikbusiness mit Hochglanzfilter. Kunst, Ego, große Gefühle, große Inszenierung.

Und jedes Jahr diese Frage: Geht es heute um Musik – oder um den Moment? Die Antwort ist meistens: beides. Und 2026 war ganz eindeutig ein Jahr der Momente.

Grammys 2026: Eine Nacht zwischen Couture, Chaos und Protest

Laudator bei den Grammy Awards 2026 vor vollem Festpublikum
Ein Abend, der Preise verteilt – und Momente produziert. © Francis Specker / CBS via Getty Images

Die größten Gewinner und relevantesten Awards des Abends zusammengefasst:

Der wichtigste Preis des Abends, Album of the Year, ging an Bad Bunny mit „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“. Und das war nicht nur „nice, Congrats“. Das war einer dieser Siege, die nach etwas Größerem aussehen: globaler Pop, Latin Sounds, Cultura als Mainstream – nicht als Randnotiz.

Bad Bunny war sichtbar überwältigt, saß erst da, Kopf in der Hand, Tränen. Und man merkte: Für ihn ist das nicht nur eine Trophäe, das ist ein Symbol. Dann seine Rede: Er widmete den Award allen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen. Ein Satz, der hängen bleibt.

Kendrick Lamar war der zweite Fixstern dieser Nacht. „luther“ mit SZA gewann Record of the Year, und Kendrick nutzte den Moment, um Luther Vandross zu würdigen – dessen Stimme im Track gesampelt wird. Ein eleganter, respektvoller Moment, der aus einem Award eine kleine Musikgeschichtsstunde macht.

Und dann Billie Eilish: Song of the Year für „Wildflower“, gemeinsam mit Bruder FINNEAS. Billie war emotional, aber nicht leise. Sie sprach über Hoffnung, darüber, wie schwer es ist, gerade die richtigen Worte zu finden – und endete in einem klaren Anti-ICE-Statement inklusive Fluch, der im TV weggepiept wurde. Das Publikum im Raum reagierte nicht mit peinlichem Schweigen, sondern mit Support.

Lady Gaga wiederum war Lady Gaga. Sie gewann Best Pop Vocal Album für „MAYHEM“, holte außerdem Dance-Pop-Preise für „Abracadabra“ – und setzte auf der Bühne wieder den Standard dafür, wie man Pop in Theater verwandelt, ohne dass es sich nach Musical-Club anfühlt.

Nebel, minimale Beleuchtung, ein riesiger schwarzer Hut, rote Elemente, ein Gehstock, dramatisches Fallen auf die Bühne, Keyboard, Rock-Arrangement. Gaga hat nicht performt. Sie hat ein Setting gebaut.

Du willst wissen, wer sonst noch was gewonnen hat? Scroll bis ans Ende des Beitrags – da findest du eine Übersicht aller Gewinner und Gewinnerinnen.

Grammys Outfits: Die Looks, die morgen noch im Feed sind

Blonde Frau in glitzerndem Kleid inmitten der Grammy Gala 2026
Licht an, Lautstärke hoch: Showstart im Grammys-Modus. © Francis Specker / CBS via Getty Images

Kommen wir zum spannenden Nebenschauplatz der Verleihung: der Red Carpet und der Style der Celebrities.

Best and worst dressed:

Sabrina Carpenter in weiß-glitzerndem Grammy Outfit 2026 für die Awards
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Sabrina Carpenter in Valentino war überraschend zart. Nicht die laute, freche Sabrina, sondern eine Version, die fast schon schüchtern wirkt – knapp vorm Puppenhaus-Charme, mit einem kleinen Achtziger-Twist.

Das transparente Mini-Cape: süß. Der stark gerüschte Stufenrock: leider sehr „Tagesdecke“.

Zara Larsson in gold-lässigem Germanier-Outfit bei den Grammys 2026
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Zara Larsson in Germanier ging tropisch. Ein Look, der auf dem Papier riskant ist, in echt aber zumindest einen Punkt glasklar erfüllt: sie sieht heiß aus. Das Gold poppt, der Rock ist tatsächlich schön.

Und ja, man bekommt auch ein bisschen „Hostess in einer Resort-Bar“-Energie. Man kann das kritisieren. Man kann’s auch als Fun nehmen.

Schauspielerin in schwarz-weißem Saint Laurent-Kleid bei den Grammys 2026
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Rosé in Saint Laurent kam supercute im little black dress – aber diese riesigen Taschen/Satteltaschen waren so out of proportion, dass der Look sich selbst sabotiert. Pockets: lieben wir. Aber nicht in dieser Größenordnung.

Mitglieder der Musikband HUNTR/X in extravaganten Outfits bei den Grammys 2026
© Amy Sussman / Getty Images

HUNTR/X – also REI AMI, EJAE und Audrey Nuna – waren ein Red-Carpet-Highlight, weil jede ihren eigenen Stil ausleben durfte und es trotzdem zusammenpasste. REI AMI in Guvanch als Fantasy-Moment,

EJAE in Dior maximal klassisch, Audrey Nuna in Thom Browne glitchy und weird auf die beste Art. Koordiniert, aber nicht uniformiert.

Künstler Sombr in glitzernd-schillerndem Disco Ball-Outfit bei den Grammy Awards 2026
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Sombr in Valentino hält die Tradition hoch: pretty man + Glitzer + Disco-Ball-Energie. Die roten Akzente in den Sequins sind der Trick. Die Schuhe sind nicht der stärkste Teil, aber das Gesamtbild sitzt.

Grammys Outfits: Das war kein Dresscode. Das war ein Mood

Sänger Bad Bunny in Velvet-Tuxedo bei den Grammy Awards 2026
© Amy Sussman / Getty Images

Bad Bunny in Schiaparelli Couture ist ein echter Popkultur-Moment: Er ist der erste Mann überhaupt in Schiaparelli Couture – und trotzdem trägt er keinen offensichtlichen Kostüm-Look, sondern einen Velvet-Tuxedo, der hinten mit corseted back plötzlich komplett anders liest. Man denkt kurz „klassisch“. Dann kommt der Twist. Und der Twist ist: wow.

Sängerin Billie Eilish in Hodakova-Suit bei der Grammy Gala
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Billie Eilish in Hodakova bringt diese typische Billie-Defiance mit, dieses „ich spiele nicht nach euren Regeln“. Aber der Look ist zu viel: zu viele Ärmel, zu viele Gürtel, zu viele Layer.

Die Idee – deconstructed Menswear – ist klar. Nur wirkt sie hier eher überwältigt als empowered.

Sängerin Olivia Dean in schwarz-weißem Cahnel-Kleid bei den Grammy Awards 2026
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Olivia Dean in Chanel hat diese klassische Eleganz, die eigentlich ein easy win sein könnte.

Leider macht die Konstruktion nicht mit: der Rock sitzt zu tief, die Feather-Details sind ungünstig platziert, das Bodice wirkt wie Bodysuit, der Rock will Ballgown sein. Top und Bottom sprechen nicht miteinander.

Musikerin PinkPantheress posiert in Vivienne Westwood-Fashion bei den Grammy Awards
© Phil McCarten / CBS via Getty Images

PinkPantheress in Vivienne Westwood bringt eine zerlegte Eleganz, die fast schon poetisch wirkt. Ein bisschen zu viel, an ein paar Stellen noch nicht ganz sortiert – aber die Farben sind wunderschön, und das Styling zieht den Look sauber nach oben.

Kelsea Ballerini posiert in Eltro-Outfit auf dem roten Teppich der Grammy Awards 2026
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Kelsea Ballerini in Etro hat den „Ich-bin-selbst-die-Trophäe“-Moment perfektioniert: Gold, stark verziert, aber schlank geschnitten – dadurch wirkt sie nicht überladen.

Die Haare genauso glatt und klar. Und das Paisley-Detail gibt dem Glam noch einen leichten Boho-Schimmer obendrauf.

Lady Gaga in Matières Fécales-Outfit bei den Grammys 2026
© Kevin Mazur / Getty Images

Lady Gaga in Matières Fécales liefert Black-Swan-Chaos, aber überraschend zurückgenommen – für ihre Verhältnisse. Für alle anderen wäre das komplett drüber, bei ihr wirkt es wie ein klassischer Diva-Moment.

Und genau das ist ihr Trick: Sie lässt Dinge selbstverständlich aussehen, die objektiv alles andere als normal sind.

Zwischen Kunst und Industrie: Das Grammys-Paradox

Sängerin Laufey in lavendelfarbenem Kleid bei den Grammys
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Laufey in Miu Miu ist „Lavendel-Love“ – leider nicht im guten Sinn. Lavendelfarbener Lidschatten zum Lavendelkleid: okay.

Aber der Ausschnitt ist zu breit, das Oberteil sitzt nicht sauber und die Verzierungen wirken seltsam platziert. Zu viel Deko, zu wenig Struktur.

Doechii in Roberto Cavalli-Outfit auf den Grammy Awards 2026
© Kevin Mazur / Getty Images

Doechii in Roberto Cavalli ist maximal provokant – aber das Kleid selbst wirkt leider einfach unschön: grelle Farben, zu viel lila Satin, und der transparente Brustbereich sieht im Vergleich zum Rest zu dünn und wacklig aus.

Aus der Reihe tanzen ist absolut okay – nur bitte nicht auf Kosten des Kleids.

Kesha bei den Grammy Awards, trägt schulterfreies Kleid mit weißen Federn
© Phil McCarten / CBS via Getty Images

Kesha in Atelier Biser sieht aus, als hätte jemand Federn ohne Plan übereinander geschichtet. Groß, formlos, wie ein Haufen.

Es hat etwas Muppethaftes – nur leider nicht auf die charmante Art.

Halle Bailey in Paolo Sebastian-Outfit auf dem roten Teppich
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Halle Bailey in Paolo Sebastian ist stille Eleganz in einer gerade ziemlich lauten Welt. Korsettierte Silhouette, sanfter Glanz, viel Ruhe in der Haltung.

Vielleicht einen Tick zu stark verziert – aber sie trägt es so makellos, dass es am Ende völlig egal ist.

Sängerin Miley Cyrus trägt Celine-Suit bei den Grammy Awards 2026
© Jeff Kravitz / FilmMagic

Miley Cyrus in Celine ist… odd. Da ist diese Jacke voller Zeug und Flair – und darunter ’90s office-manager pants mit Slingbacks.

Ein Look, der gleichzeitig nach Throwback und nach „warum?“ schreit.

Teyana Taylor in aufreizend glitzerndem Tom Ford-Kleid auf dem roten Teppich der Grammy Awards 2026
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Teyana Taylor in Tom Ford ist der Moment, in dem jemand auf den Red Carpet kommt und die Temperatur im Raum verändert.

Sie kam spät, was nur Sinn ergibt, wenn man weiß, dass sie den Teppich shutdownen wollte. Fashion auf höchster Stufe, und sie macht’s easy. Oscar-Campaign-Energie trifft Grammys.

Justin Bieber in Balenciaga und Hailey Bieber in Alaïa, gemeinsam bei den Grammy Awards 2026
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Justin Bieber in Balenciaga und Hailey Bieber in Alaïa liefern erwachsenen Minimalismus. Sein weiter Schnitt funktioniert richtig gut – nur der Schuh dürfte gern etwas weniger zart sein.

Hailey macht Schlichtheit dagegen wie Luxus pur. Zusammen wirken sie souverän, entspannt und sehr stilsicher.

Grammys Outfits: Best Dressed, Worst Dressed, Wild Dressed

X-Rated Daring Looks

Letztes Jahr war der Grammys-Schockmoment Bianca Censori: komplett nackt, fast jail time, weltweite Debatte über Provokation, Consent, Shock Value. 2026 gab’s kein Streaking – aber die Inspiration war deutlich spürbar. Haut war plötzlich nicht nur erlaubt, sondern Trend.

Sängerin Chappell Roan in stark aufreizendem roten Kleid im Mugler-look bei den Grammys
© Phil McCarten / CBS via Getty Images

Chappell Roan setzte mit ihrem gewagten Mugler-Look ein klares Zeichen: durchsichtig, kaum bedeckt, extrem tiefer Rücken, Tattoo sichtbar – und das Ganze mit voller Selbstsicherheit getragen.

Später wechselte sie in einen deutlich zurückhaltenderen Look, als sie den Preis für Best New Artist an Olivia Dean überreichte. Aber der erste Auftritt? Der bleibt hängen.

Heidi Klum in hautfarbenem Lederkleid auf dem roten Teppich
© Phil McCarten / CBS via Getty Images

Heidi Klum brachte den „Körper als Vorlage“-Moment: ein hautfarbenes Lederkleid, als Abformung ihres eigenen Körpers, glänzend lackiert auf Hautton.

Das ist gleichzeitig Kunstprojekt, Provokation – und natürlich perfekt fürs Social Media.

Karol G in einem see-through blue lace Paolo Sebastian Gown
© Gilbert Flores / Billboard via Getty Images

Karol G war in einem see-through blue lace Paolo Sebastian Gown unterwegs, mit corset drunter. Viel Haut, viel Glam.

Influencerin Addison Rae in Marilyn Monroe-Pose bei den Grammys 2026
© Jeff Kravitz / FilmMagic

Addison Rae machte den Underwear-Reveal mit einem Alaïa-Dress, dass zuerst harmlos wirkt und dann plötzlich „Marilyn Moment“ spielen will.

Grammys 2026: Nicht nur Style, auch Statement

Wenn Style zum Statement wird

Ein roter Faden dieser Grammys war Protest gegen ICE und gegen die harte Immigration-Politik der zweiten Trump-Administration. Und das war nicht nur „eine Person sagt was“. Das war kollektiv. Sichtbar. Wiederholt. Mit Ansage.

Zwei Personen posieren vor Logo-Wand bei den Grammys
© Kevin Mazur / Getty Images

Justin und Hailey Bieber trugen „ICE OUT“-Pins auf dem Red Carpet. Ebenso Joni Mitchell, Kehlani, Jason Isbell, Bon Iver’s Justin Vernon und andere.

Billie Eilish ging nach ihrem Song-of-the-Year-Gewinn auf die Bühne und sagte sinngemäß: Sie wisse gar nicht, was man gerade sagen solle – aber sie wolle Hoffnung spüren und weiter protestieren, weil Stimmen zählen.

Dann kam der Moment, in dem sie ICE beschimpfte – CBS zensierte mehrere Sekunden.

Kehlani hatte schon vorher, noch bevor die Show im TV richtig rollte, in ihrer Rede nach ihren ersten R&B-Wins betont, dass Künstler als Community gegen Ungerechtigkeit zusammenstehen sollten – und endete ebenfalls mit einem Anti-ICE-Fluch.

Bad Bunny war gleich mehrfach deutlich: Beim ersten Podium sagte er „ICE out“, bevor er sich überhaupt bedankte. Später, bei Album of the Year, widmete er den Preis Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, um Träume zu verfolgen. Das war kein Nebensatz. Das war Kern.

Das Grammy-Prinzip: Auszeichnungen, Aufreger, Augenblicke

Sänger Bad Bunny nimmt seinen Grammy Award 2026 entgegen
Wenn Musiker ihre Bühne nutzen, um Stellung zu beziehen, dann laufen die Grammys 2026 © Stewart Cook / CBS via Getty Images

On Stage and the Red Carpet: Performances, Setpieces und diese sehr spezielle Grammys-Energie

Lady Gaga eröffnete ihre „Abracadabra“-Nummer im Nebel, mit minimalem Licht, in einem Look mit großem schwarzem Straw-Hat, roten Elementen, feathery Top, schimmerndem Rock, Stock in der Hand. Sie wechselte zwischen Keyboards, Gesang, Drama. Fiel auf den Boden. Standing Ovation am Ende.

Sabrina Carpenter performte „Manchild“ früh am Abend mit Airport-Setting, „Sabrina Carpenter Airlines“-Stitching, Kofferwagen, Kofferberge, Choreo. Sie kletterte auf ein Flugzeug-Prop und hielt am Ende eine weiße Taube. Pop ist manchmal albern. Hier war es konsequent. Und dadurch stark.

Live-Performance bei den Grammy Awards 2026
Auf den Grammys werden Songs zu Live-Time-Performances © Christopher Polk / Billboard via Getty Images

Justin Bieber performte „Yukon“ als stripped-down Moment: nur Shorts und Socks, Spotlight, Gitarre. Still. Intim. Aber auch ein wenig verwirrend: Warum zeigt er sich beinahe nackig auf der Bühne. Dennoch: Standing Ovation. Hailey schaute von unten zu – very proud, very supportive.

Justin Bieber performt nahezu nackt bei den Grammy Awards 2026
Die Grammys sind für manch einen Künstler der Moment, zurück ins Rampenlicht zu kehren © JC Olivera / WireImage

Grammys: Eine Nacht voller Musik, Ereignisse und Aufregung

Rosé und Bruno Mars eröffneten die Show mit „APT.“ – energisch, mitreißend. Mars an der Gitarre im klassischen Anzug, Rosé in schwarzer High-Waist-Hose, kurzem Top und locker gebundener Krawatte. Ein Auftakt, der den Saal sofort hatte.

Danach folgte das große „Best New Artist“-Bühnenpaket: The Marías legten vor, Addison Rae kam erst auf einem Truck angefahren und zeigte dann deutlich mehr Haut, Katseye brachten mit „Gnarly“ Tempo rein. Leon Thomas spielte mit Gitarre und Band, Alex Warren bekam das Publikum mit Handylichtern zum Leuchten, Lola Young saß am Klavier.

Olivia Dean tanzte sich im roten Minikleid durch ein goldglänzendes Bühnenbild, Sombr beendete das Ganze im kurzen Glitzerjackett – inklusive Abstecher ins Publikum bis zu Queen Latifah.

Bruno Mars performt mit Band bei den Grammy Awards 2026
Performance, Stimme und Kulisse – Sänger wie Bruno Mars wissen die Grammys für sich zu nutzen © John Shearer / Getty Images

Später stand Bruno Mars noch einmal auf der Bühne und performte „I Just Might“ in einem komplett roten Setup, Herz-Requisite inklusive. Tyler, The Creator machte daraus anschließend einen kleinen Kurzfilm: Werkstatt-Kulisse, mehrere Outfitwechsel, ein überraschender Auftritt von Regina King mit einer kurzen Ansprache – und zum Schluss eine Explosion. Voll auf die Zwölf.

Und dann wurde es ernst: Im „In Memoriam“-Teil sang Reba McEntire „Trailblazer“ und erinnerte auch an Brandon Blackstock. Ozzy Osbourne wurde mit „War Pigs“ geehrt, gesungen von Post Malone, begleitet von Slash, Duff McKagan, Chad Smith und Andrew Watt.

Lauryn Hill widmete Roberta Flack einen großen Moment, gemeinsam mit Wyclef Jean („Killing Me Softly“), außerdem waren John Legend und Chaka Khan beteiligt. Auch D’Angelo bekam ein Tribut – Hill sang Auszüge seiner Songs und „Nothing Even Matters“. Eine Passage, die den Glamour kurz leiser gestellt hat. Und genau dadurch getroffen hat.

Cher bei der Präsentation eines Grammy Gewinners 2026
Das Beste an Live-TV: Wirklich jeder Moment wird festgehalten, auch die, die daneben gehen © Emma McIntyre / Getty Images

Das Finale? Das fühlte sich an wie eine Comedy-Sketch-Version der Grammys.

Cher sollte eigentlich Record of the Year überreichen – und schon das lief schief, bevor es richtig losging. Sie kam auf die Bühne, bekam erst noch ihren Lifetime-Achievement-Moment dazwischengeschoben, ging dann ab, musste von Trevor Noah wieder zurückgerufen werden, weil sie ja auch noch den Award präsentieren sollte. Man merkte: Sie war nicht ganz im Ablauf.

Dann stand sie wieder da, hob an mit „And the Grammy goes to…“ – und hielt plötzlich inne. Ein unangenehm langer Moment. Cher starrte nach vorn und sagte sinngemäß, man habe ihr erzählt, der Name würde auf dem Teleprompter stehen. Tat er aber nicht. Also blieb ihr nur der Umschlag in der Hand.

Sie öffnete ihn, schaute rein – und rief dann völlig überzeugt: „Luther Vandross!“ (in ihrer Version sogar etwas verdreht ausgesprochen). Problem: Luther Vandross ist seit 20 Jahren tot. Kendrick Lamar, der mit SZA für „luther“ gewonnen hatte, fing direkt an zu lachen, weil er sofort begriff, wie es zu diesem Versprecher kam: Der Song heißt nun mal „luther“ und ist eine Hommage an Vandross.

Cher realisierte ihren Fehler erst im nächsten Moment, lachte selbst, korrigierte sich und sagte dann: „Oh no, Kendrick Lamar!“ Während Kendrick und SZA nach vorn kamen, lief das Ganze schon wie ein Comedy-Clip in Echtzeit: Publikum amüsiert, Kendrick grinsend, Internet natürlich sofort im Vollrausch. Und ja: Genau daraus entstehen diese typischen Grammys-Momente, die am Ende größer werden als der eigentliche Preis.

Preisverleihung? Eher Popkultur-Checkpoint des Jahres

Grammys 2026 behind the scenes: Die Viral-Momente abseits der Kameras

Und weil Grammys 2026 nicht nur Bühne, sondern auch Backstage-Social-Machine waren, gab es diese Off-Cam-Momente, die danach fast noch größer wurden als die Awards selbst.

Justin und Hailey Bieber wurden in einem viral clip beim Chat mit Bad Bunny gefilmt. Laut Lipreader ging es um ein mögliches „We can take you out, if you want“ – Bad Bunny so: „Bro, I’m up for that.“ Am Ende: „Okay, I’ll let you know.“ Ob Afterparty oder Future Hangout: egal. Der Clip war der Punkt.

Justin Bieber, Hailey Bieber und Bad Bunny posieren auf den Grammy Awards 2026
© Francis Specker / CBS via Getty Images

Billie Eilish hatte ein richtig schönes Wiedersehen mit Sabrina Carpenter – erst Umarmung, dann direkt diese Sorte Gespräch, bei der man merkt: Da wird gerade ordentlich ausgetauscht. Sabrina im silbernen Fransen-Look, Billie zwischendurch unterwegs in der Arena, überall kurze Stopps, überall Fotos – unter anderem auch ein Gruppenbild mit Bad Bunny und Miley Cyrus.

Und am Tisch gab’s dann den nächsten kleinen Star-Moment: Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers und Charlotte Lawrence kamen vorbei und wollten unbedingt noch schnell ein Foto mit Billie und FINNEAS.

Chappell Roan wirkte starstruck neben Lady Gaga, die beiden hielten Hände, intime Conversation, Chappell smiling ear-to-ear. Gaga wurde später auch in einem rührenden Moment mit Sharon und Kelly Osbourne gesehen – nach dem Ozzy-Tribute.

Mehrere Promis gemeinsam bei Grammy-Gala
Award-Shows sind für Promis wie Klassentreffen für unsereins © John Shearer / Getty Images

Miley Cyrus tauchte auf einem Foto mit Jelly Roll auf – und zack, ging das Rätselraten los, ob da vielleicht was zusammenbraut. Joni Mitchell lief in einem goldglänzenden Outfit rum, sah komplett groß aus und quatschte entspannt mit Brandi Carlile. Und Kelsea Ballerini war kurz die Red-Carpet-Retterin: Sie half Lainey Wilson ganz selbstverständlich beim Cowboyhut. Kleiner Moment, großer Charme.

Und dann gab’s noch die Szene am Tisch mit Trevor Noah und Justin Bieber: Noah machte seine Witze, Hailey lachte höflich mit – Justin hingegen blieb auffällig ernst. Als Noah am Ende nach einem Rabattcode für Haileys Rhode-Lip-Tint fragte, verzog Justin das Gesicht.

Das Internet natürlich sofort: „Haben die Stress?“ In seinen Notizen taucht sogar eine Körpersprache-Einschätzung dazu auf – Mini-Drama, aber genau diese Nebenhandlung, die die Grammys so lieben.

Und als Bonus-Charakter des Abends: Gesaffelstein. Er gewann für den „Abracadabra“-Remix, kam wie immer komplett in Schwarz, mit Maske, roboterhaften Handschuhen und Smoking. Preis eingesackt, Look abgeliefert, Rätselmodus an.

Grammys Outfits: Der Red Carpet als zweites Hauptprogramm

Gewinner und Gewinnerinnen 2026

Big Four

Album of the Year

Bad Bunny – DeBÍ TiRAR MáS FOToS

Song of the Year

Billie Eilish – WILDFLOWER

Record of the Year

Kendrick Lamar feat. SZA – luther

Best New Artist

Olivia Dean

Pop

Best Pop Solo Performance

Lola Young – Messy

Best Pop Duo/Group Performance

Cynthia Erivo & Ariana Grande – Defying Gravity

Best Pop Vocal Album

Lady Gaga – MAYHEM

Best Dance Pop Recording

Lady Gaga – Abracadabra

Dance / Electronic

Best Dance/Electronic Recording

Tame Impala – End Of Summer

Best Dance/Electronic Album

FKA twigs – EUSEXUA

Best Remixed Recording

Lady Gaga – Abracadabra (Gesaffelstein Remix)

Rock / Metal / Alternative

Best Rock Performance

YUNGBLUD feat. Nuno Bettencourt, Frank Bello & Adam Wakeman II – Changes (Live From Villa Park / Back To The Beginning)

Best Metal Performance

Turnstile – BIRDS

Best Rock Song

Nine Inch Nails – As Alive As You Need Me To Be

Best Rock Album

Turnstile – NEVER ENOUGH

Best Alternative Music Performance

The Cure – Alone

Best Alternative Music Album

The Cure – Songs Of A Lost World

R&B

Best R&B Performance

Kehlani – Folded

Best Traditional R&B Performance

Leon Thomas – Vibes Don’t Lie

Best R&B Song

Kehlani – Folded

Best Progressive R&B Album

urand Bernarr – BLOOM

Best R&B Album

Leon Thomas – MUTT Best Rap Performance

Rap

Best Rap Performance

Clipse, Pusha T & Malice feat. Kendrick Lamar & Pharrell Williams – Chains & Whips

Best Melodic Rap Performance

Kendrick Lamar with SZA – luther

Best Rap Song

Kendrick Lamar feat. Lefty Gunplay – tv off

Best Rap Album

Kendrick Lamar – GNX

Weitere große Kategorie-Momente:

  • Producer of the Year (Non-Classical): Cirkut

  • Songwriter of the Year (Non-Classical): Amy Allen

  • Best Music Video: Doechii – Anxiety

  • Best Music Film: Music by John Williams (über John Williams)

  • Best Traditional Pop Vocal Album: Laufey – A Matter Of Time

  • Best Latin Pop Album: Natalia Lafourcade – Cancionera

  • Best Latin Rock/Alternative Album: Ca7riel & Paco Amoroso – Papota

  • Best Reggae Album: Keznamdi – Blxxd & Fyah

  • Best Soundtrack (Compilation) for Visual Media: Various Artists – Blood & Sinners

  • Best Score Soundtrack (Film/TV): Ludwig Göransson – Blood & Sinners

  • Best Score Soundtrack (Video Games/Interactive): Austin Wintory – Sword of the Sea

  • Best Song Written for Visual Media: HUNTR/X feat. EJAE, Audrey Nuna & REI AMI – Golden (aus KPop Demon Hunters)

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