Sandalen reinigen – Die richtige Sommer-Pflege
Sandalen gehören fest zum Sommer dazu – das ist ein offenes Geheimnis. Genauso offen sind allerdings auch die Schuhe selbst, was sie wiederum sehr anfällig für Staub und Schmutz macht.
Wir zeigen dir, wie du deine Sandalen reinigen solltest, damit sie auch im nächsten Sommer noch klasse aussehen – ganz gleich, ob in der Stadt oder am Strand.
Sandalen regelmäßig reinigen – Warum es sinnvoll ist
Auf den ersten Blick wirkt die Sandale ziemlich pflegeleicht. Häufig verführt das jedoch dazu, die Reinigung deiner Lieblingslatschen zu vernachlässigen – schon ist der Sommer vorbei und die Sandalen wandern in den Schrank. Mit allen Konsequenzen. Kennen wir.
Ähnlich wie auch bei schmutzigen Sneakern & Co. fällt natürlich der sichtbare Schmutz besonders ins Auge – aber bei Sandalen ist das längst nicht alles. Das Schuhwerk ist nicht nur „offen“ für normalen Schmutz, sondern auch für Hautpartikel, Schweiß und auch Rückstände von Cremes – sofern du deine Sandalen (hoffentlich) barfuß trägst.
Von Steinen und Staub bis zu Hautschuppen, all das lagert sich mit der Zeit ab: Im Fußbett, an den Riemen, in Nähten, im Profil der Laufsohle, an Bändern und am Obermaterial. All das führt mit der Zeit sowohl zu (immer sichtbareren) Verschmutzungen, aber vor allem auch zur Geruchsbildung der Schuhe – und darauf können wir wirklich gut verzichten!
Gute Pflege der Sandalen – Je regelmäßiger, desto besser
Je frischer Verschmutzungen sind, desto leichter lassen sie sich lösen. Ein leicht nachgedunkeltes Fußbett, Staub an den Riemen oder kleine Flecken von Sonnencreme lassen sich typischerweise mit wenig Aufwand entfernen.
Werden Rückstände dagegen über Wochen festgetreten, braucht es deutlich mehr Reibung und Feuchtigkeit. Genau das belastet empfindliche Materialien unnötig.
Hinzu kommt: Schmutz wirkt wie feines Schleifmittel und kann mit der Zeit auch hochwertige Sandalen beschädigen. Daher ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen - etwa alle 2-3 Wochen - seine Sandalen zu reinigen. Und im Grunde ist das auch ganz einfach.
Sandalen auf Reinigung vorbereiten – Was du brauchst
Für eine schonende und gleichzeitig gründliche Pflege deiner Sandalen solltest du das folgende Equipment bereithalten:
Weiches Mikrofaser-Tuch
Weiche Bürste / alte Zahnbürste / Lederbürste
Schüssel mit lauwarmem Wasser
Milde Seife (unparfümiert) / Schuhreiniger
Zusätzliches Tuch zum Aufnehmen der Feuchtigkeit
Viel mehr als das braucht es in der Regel nicht. Mit diesen Basics hast du alles zur Hand, um sowohl deinen gemütlichen Haus-Sandalen als auch eleganten Riemchen-Sandaletten wieder einen sauberen Glanz zu verschaffen.
Sandalen reinigen – Von Fußbett bis Sohle
Du fragst dich, ob du deine Sandalen einfach in der Waschmaschine waschen kannst? Wir raten dir davon ab – zumindest, wenn dir wichtig ist, dass dir deine Sandalen noch eine Weile erhalten bleiben.
Schlappen-Shortcuts haben wir nicht im Angebot – dafür aber eine detaillierte Übersicht, wie du welches Teilstück deiner Sandalen richtig reinigen kannst.
Fußbett & Sandalen-Innensohle reinigen
Das Fußbett ist logischerweise die Stelle, die am schnellsten nachdunkelt und Gerüche (durch Schweiß etc.) annimmt. Kurz gesagt: Hier braucht es viel Sorgfalt.
Für die Reinigung solltest du zuerst trockenen Schmutz mit einer weichen Bürste oder einem trockenen Tuch lösen. Danach arbeitest du mit sehr wenig Feuchtigkeit weiter. Ideal ist ein leicht-feuchtes Tuch oder eine weiche Bürste mit etwas milder Seifenlösung / Schuhreiniger.
Was du beachten solltest:
Über sanft kreisende Bewegungen das Reinigungsmittel ins Fußbett einmassieren
Mit wenig Druck schrubben, damit die Oberfläche nicht aufraut oder speckig wird
Sehr dunkle Laufspuren eher in mehreren sanften Durchgängen behandeln
Seifenreste am Ende mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch wieder abnehmen
Sind Fußbett / Innensohle der Sandale aus Leder-Arten wie Veloursleder, Wildleder oder Nubuk, ist besonderes Feingefühl gefragt.
Diese Materialien dürfen nicht durchnässt werden, weil sie sonst verhärten, fleckig trocknen oder ihre typische Struktur verlieren. Nach dem Trocknen kannst du die Oberfläche mit einer geeigneten Bürste vorsichtig wieder aufrichten.
Obermaterial & Riemchen reinigen
Die richtige Reinigung des Obermaterials ist stark abhängig vom jeweiligen Material:
Was du beachten solltest:
Glattleder braucht wenig Wasser und im Anschluss eine gute Politur, bei Kunstleder reicht es, das Material trockenzuwischen
Schuhe aus Wildleder und Nubuk solltest du gezielt trocken abbürsten oder mit einem Spezialreiniger behandeln
Textil- und Synthetikmaterialien lassen sich meist prima mit milder Seife und Wasser reinigen. Häufig reicht auch schon ein feuchtes Tuch bzw. ein feuchter Lappen.
Regelmäßigkeit ist hier der Schlüssel: Je häufiger du dir kurz die Zeit nimmst, deine Sandalen zu reinigen, desto einfacher lassen sich die Verschmutzungen ablösen. Das strapaziert deine Schuhe auch weniger als einzelne Reinigungen „mit voller Kraft“.
Laufsohle und Profil der Sandalen reinigen
Häufig vernachlässigt bei der Reinigung: Die eigentliche Laufsohle der Sandale. Doch gerade die kommt während des Laufens ganz aktiv mit jeder Art von Dreck in Kontakt. Aus diesem Grund setzt sich auch gerade hier häufig hartnäckiger Schmutz ab.
Was du beachten solltest:
Groben Schmutz trocken ausbürsten
Kleine Steinchen vorsichtig per Hand aus dem Profil lösen
Tiefe Profilrillen mit einer Zahnbürste reinigen
Bei Bedarf gezielt mit Wasser nacharbeiten
Sohle am Ende mit einem Tuch trockenwischen
Dieser Teil deiner Sandalen-Pflege erfüllt gleichzeitig einen ganz praktischen Zweck: Eine saubere Sohle sorgt auch dafür, dass das Profil seine Haftung besser behält. Gerade bei Trekking- oder Sportsandalen lohnt sich dieser Schritt regelmäßig.
Korkränder & Übergänge pflegen
Bei Sandalen mit Korkelementen / Korkrändern ist eine vorsichtige Reinigung besonders wichtig. Kork sollte nicht durchnässt werden – ansonsten kann das Material erst aufquellen und anschließend spröde bzw. rissig werden, mit entsprechenden Konsequenzen für dein Schuhwerk.
Empfindlich sind außerdem die Übergänge zwischen Sohle, Decksohle und Obermaterial. Hier finden sich die Klebestellen oder Nähte. Reinige diese Bereiche möglichst präzise, idealerweise nur mit wenig Wasser und ohne starken Druck.
Schrubbst du dort zu grob, löst du im schlimmsten Fall nicht den Schmutz, sondern die Verbindung des Schuhs. Wir haben zwar Tipps dafür, wie du deine Schuhe kleben kannst, aber im besten Fall kommt es erst gar nicht so weit.
Ideale Hausmittel zum Reinigen deiner Sandalen
Für eine ordentliche Pflege der Lieblings-Schlappen braucht es nicht viel – besonders dann nicht, wenn du für die hartnäckigen Flecken auf professionelle Reinigungsmittel zurückgreifen kannst. Was aber, wenn diese mal nicht zur Hand sind? Dann kannst du einfach mit diesen Hausmitteln deine Sandalen reinigen.
Milde Seife / Spülmittel
Wenn du Sandalen reinigen möchtest und keinen Spezialreiniger zur Hand hast, sind milde Seife oder wenig Spülmittel ideale Hausmittel. Sie eignen sich vor allem für Textil, viele Synthetikriemen, robuste Laufsohlen und manche glatten Oberflächen.
Wie die Anwendung funktioniert:
Löse eine kleine Menge Seife / Spülmittel in lauwarmem Wasser
Feuchte einen Lappen / eine (Zahn-)Bürste an
Anschließend Sandalen Stück für Stück reinigen, idealerweise mit kreisenden Bewegungen sanft einmassieren
Danach Seifenreste mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch wieder aufnehmen
Schuhe im Anschluss an der Luft trocknen lassen
Milde Seife ist meist die etwas sicherere Variante. Spülmittel kann ebenfalls funktionieren, sollte aber wirklich nur sparsam dosiert werden. Sandalen auf keinen Fall mit Wasser durchnässen.
Wichtig: Für empfindliche Materialien wie Wildleder, Nubuk oder hochwertiges Leder ist dieses Hausmittel nicht geeignet – greife hier besser zu einem geeigneten Reiniger.
Natron / alternativ Backpulver
Für eine Kombination aus Dreck und Geruch greifst du zum altbewährten Hausmittel Natron / Backpulver – Evergreens gegen stinkende Schuhe und Sandalen.
Sinnvoll sind Natron oder Backpulver vor allem bei robusteren, unempfindlichen Fußbetten oder Einlegesohlen. Bei empfindlichen Lederfußbetten, Wildleder, Nubuk oder Kork solltest du sehr vorsichtig sein oder besser darauf verzichten.
Wie die Anwendung funktioniert:
Trockene Anwendung gegen Geruch: Gib etwas Natron auf das trockene Fußbett, lass es über Nacht einwirken und bürste es danach gründlich ab. Das sollte Gerüche stark reduzieren oder sogar vollständig entfernen.
Anwendung als Paste: Rühre Natron mit etwas Wasser zu einer Paste an, Trage die Paste punktuell auf, lasse sie ca. 10 Minuten einwirken und wische sie dann mit einem feuchten Tuch ab.
Wichtig: Teste die Paste erst an einer unauffälligen Stelle und achte darauf, dass du während der Reinigung deine Sandalen nicht zu stark mit Wasser strapazierst – was einmal nass ist, braucht anschließend auch eine ganze Weile zum Trocknen. Wo wir gerade beim Thema sind...
Nach der Reinigung: Sandalen richtig trocknen
Nachdem du deine Sandalen nun sorgfältig gepflegt hast, folgt im nächsten Schritt die richtige Trocknung. Ja, auch das ist ein wichtiger Punkt – denn hier kannst du durchaus Fehler machen, die das Material nicht so schnell vergisst:
Im Schatten trocknen: Stehen deine Sandalen zum Trocknen im prallen Sonnenlicht, kann dies bei farbigen Modellen dazu führen, dass die Farben deutlich schneller ausbleichen. Wenn dir die Farbechtheit deiner Slides lieb ist, dann stelle sie lieber an einen gut durchlüfteten, schattigen Ort.
Hitze meiden: Direkte Hitze – ob durch Sonnenlicht oder Heizkörper – mögen die meisten Schuhe gar nicht. Hier riskierst du, dass sich das Material der Sandalen verformt. Gleichzeitig trocknen Leder oder Kork durch intensive Hitze schnell aus und werden anschließend rissig und spröde. Merke: Willst du die Trocknung der Schuhe künstlich beschleunigen, stellt dies vor allem eine Belastung für das Material dar.
Viel Zeit geben: Willst du deine Sandalen ordentlich reinigen, solltest du viel Geduld mitbringen. Materialien wie Kork oder Leder sollten immer vollständig durchtrocknen (ca. 24-48 Stunden), bevor du die Schuhe wieder anziehst. Ansonsten kann die Restfeuchte im Material auch die Geruchsbildung verstärken – kein schöner Gedanke!
Und: Nach dem Gebrauch solltest du deine Sandalen – wie andere Schuhe übrigens auch – immer gut lüften. Mach das zum Teil deiner „Pflege-Routine“ und du wirst deutlich weniger Probleme mit stinkenden Schuhen haben, zu jeder Jahreszeit.
Sandalen richtig einlagern
Frisch gereinigt und getrocknet geht es für deine Sandalen nun ins "Winterlager". Hier noch ein paar Tipps, damit bei der Lagerung nichts schief läuft:
Schnallen öffnen + Riemen lockern: Deine Sandalen müssen nicht die nächsten Monate unter Spannung stehen - das kann Knicke im Material begünstigen
Sandalen aus Leder mit der richtigen Lederpflege behandeln, damit sie im Lager nicht austrocknen
Sandalen aus Kork mit passender Versiegelung behandeln
Sandalen nicht stapeln: Legst du die Sandalen übereinander, läufst du Gefahr, dass sich Riemchen und Co. durch den dauerhaften Drcuk über die Monate verformen - und zwar dauerhaft
Luftig verpacken: Lagere die Sandalen auf keinen Fall luftdicht (Plastikbeutel etc.), sondern verwende eher Stoffsäckchen oder offene Schuhkartons
Dunkel und trocken lagern: Die Lagerung deiner Schuhe erfolgt am besten an einem dunklen Ort, ohne hohe Luftfeuchtigkeit oder starke Temperaturschwankungen. In der Regel ist ein Schuhschrank völlig fein.
So sorgsam gelagert sind deine Sandalen auch im nächsten Jahr noch frisch am Start - bereit, dich durch Frühling und Sommer zu tragen.
Wie oft sollte man Sandalen reinigen?
Nach jedem Ausflug zum Strand solltest du die Sandalen einmal trocken abbürsten. Zusätzlich empfehlen wir dir alle zwei bis drei Wochen eine gründliche Reinigung - wir gehen davon aus, dass du sie im Sommer regelmäßig trägst. Vor der Einlagerung zum Herbst bzw. Winter solltest du sie zudem nochmals ordentlich säubern.
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