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Ann-Charlott Karsten
Shoe Fashion-Redakteurin Isabel Moss
Isabel Moss
Lesedauer 4 Min
1. September 2026

Im Rampenlicht zu stehen, ist das eine – entscheidend ist, was man daraus macht. Platz da für diese sieben Newcomer, die ihre Reichweite nutzen, um wirklich etwas zu bewegen.

Frau im schwarzen Abendkleid hält Trophäe bei Preisverleihung am Mikrofon
© Frank Micelotta/Disney via Getty Images

Stars, die sich engagieren? Lieben wir!

Was macht ein echtes Vorbild aus? Erfolg ist cool, klar – aber so richtig spannend wird es erst, wenn Promis ihre Bekanntheit für mehr als die eigene PR einsetzen.

Diese neuen Talente strahlen auch abseits vom roten Teppich, indem sie Tabus brechen und Haltung für das zeigen, was ihnen wirklich am Herzen liegt.

Alysa Liu steht in braunem Denim-Set und Monogramm-Tasche vor Louvre-Pyramide
© Marc Piasecki / WireImage

Alysa Liu

DAFÜR FEIERN WIR SIE:  Als eine der erfolgreichsten US-Eiskunstläuferinnen und Olympiasiegerin.

IHR BESTER MOVE:  Sie engagiert sich für mehr Selbstbestimmung von Athletinnen.

SCHON GEWUSST?  Alysa Liu studiert neben dem Sport Psychologie an der UCLA.

Fast wäre die US-Eiskunstläuferin an dem Sport und seinen starren Regeln – zum Beispiel, wie Athletinnen auszusehen haben – zerbrochen.

Nach einem Burn-out mit 16 beendete sie zunächst ihre Karriere, um zwei Jahre später mit neuer Stärke (und neuem Look) zurückzukehren und erfolgreicher denn je zu werden. Genau diese Power nutzt sie, um sich für mentale Gesundheit im Profisport starkzumachen.

Und dieser Comeback-Plot könnte kaum besser geschrieben sein: Nach ihrer Auszeit kehrte Alysa nicht einfach aufs Eis zurück, sondern zu ihren eigenen Bedingungen.

Statt sich wieder komplett über Platzierungen und Erwartungen zu definieren, stellte sie Freude, Selbstbestimmung und ihren persönlichen Ausdruck stärker in den Mittelpunkt. Der ziemlich überzeugende Beweis, dass dieser neue Approach funktioniert?

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 holte sie Gold und wurde damit zur ersten US-Amerikanerin seit 24 Jahren, die den olympischen Titel im Damen-Eiskunstlauf gewann.

Ihr Weg vom Teenie-Star über den kompletten Rückzug bis zurück an die Weltspitze? Inspirierend! Alysa zeigt, dass Erfolg auch bedeuten kann, erst einmal auszusteigen, Grenzen neu zu setzen und anschließend auf die eigene Art zurückzukommen.

Schauspielerin Hannah Dodd trägt beiges Trenchkleid mit Karo-Tasche und schwarzen Stiefeletten vor Weihnachtsbaum
© Dave Benett / Getty Images

Hannah Dodd

DAFÜR FEIERN WIR SIE:  Ihre Rolle als Francesca Bridgerton in der Erfolgsserie „Bridgerton“.

IHR BESTER MOVE:  Sie nutzt PR-Termine als Plattform, um über Themen wie Gleichberechtigung oder veraltete Rollenbilder zu sprechen.

SCHON GEWUSST?  Hannah Dodds Zweitname ist Francesca – so wie der ihrer Rolle.

Diesen Vibe teilt Schauspielerin Hannah Dodd. In Bridgerton spielt sie die schüchterne Francesca, die langsam lernt, für sich selbst einzustehen und sich gegen die Erwartungen von außen aufzulehnen – im echten Leben ist die Britin schon lange eine laute Stimme für Female Empowerment.

Spoiler: Francesca dürfte Hannah noch eine ganze Weile begleiten. 2026 wurde bekannt, dass sie gemeinsam mit Masali Baduza in der fünften „Bridgerton“-Staffel ins Zentrum der Geschichte rückt.

Für Hannah ist das weit mehr als der nächste große Karriere-Step: Sie spricht offen darüber, wie wichtig ihr Geschichten sind, in denen sich Menschen repräsentiert und gesehen fühlen. Gerade Francescas Entwicklung bietet dafür ziemlich viel Stoff – von gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen über Sexualität und Selbstfindung bis hin zu einer queeren Liebesgeschichte.

Hannah nutzt den gigantischen „Bridgerton“-Hype damit für Gespräche, die weit über Regency-Kleider und Romance hinausgehen. We like.

Influencer, die mehr wollen als Likes

Belmont Cameli in Streetstyle-Look mit cognacfarbener Jacke, Cordhose und Lederschuhen
© TheStewartofNY / GC Images

Belmont Cameli

DAFÜR FEIERN WIR IHN:  Seine Hauptrolle als Garrett Graham in der gehypten Serie „Off Campus“.

SEIN BESTER MOVE:  Er macht sich stark für Nächstenliebe und hat durch eine Nierenspende einer Frau das Leben gerettet.

SCHON GEWUSST?  Der Schauspieler hört Gruselgeschichten oder True Crime zum Entspannen.

Wie man gekonnt aus einem Rollenklischee ausbricht, zeigt auch Schauspielkollege Belmont Cameli. Für seine Rolle in Off Campus drillte er seinen Body zwar stahlhart, doch die größte Tat vollbrachte er privat: Um seinem schwer kranken Freund zu helfen, schloss er sich einem Organspenden-Programm an und spendete selbst einer Frau eine Niere im Alter von nur 20 Jahren.

Die ganze Geschichte dahinter ist sogar noch krasser: Belmont wollte ursprünglich seinem Freund aus Kindertagen die eigene Niere spenden. Weil die beiden medizinisch nicht kompatibel waren, hätte die Story an diesem Punkt enden können. Tat sie aber nicht.

Er beteiligte sich an einem sogenannten Paired-Kidney-Exchange-Programm, bei dem nicht passende Spender-Empfänger-Paare miteinander verknüpft werden. Aus seiner Entscheidung entwickelte sich schließlich eine Spenderkette, durch die insgesamt sieben Menschen eine Transplantation erhalten konnten.

Ziemlich großer Move für jemanden, der damals gerade einmal 20 war. Aktuell steigt parallel der Hollywood-Faktor: Nach dem Erfolg von Off Campus steht Belmont für Staffel zwei wieder als Garrett Graham vor der Kamera.

Ultramarathonläufer Arda Saatçi trägt dunkelblaue Blousonjacke, Cap und Jeans vor Fotowand
© Franziska Krug/Factory Berlin via Getty Images

Arda Saatçi

DAFÜR FEIERN WIR IHN:  Als Extremsportler und Ultraläufer auf jedem Terrain.

SEIN BESTER MOVE:  Er zeigt, was durch Willenskraft möglich ist. Zum Beispiel ein Marathon von 600 Kilometern durch das Death Valley in den USA.

SCHON GEWUSST?  Nach seinem Ultramarathon im Mai 2026 ging er als Erstes mit seiner Mutter ein Eis essen.

Willenskraft bestimmt auch das Leben des deutschen Extremsportlers Arda Saatçi. Bei seinen Ultramarathons über Tausende Kilometer geht es um Grenzerfahrungen – körperlich und mental.

Ein Mindset, mit dem er andere motivieren möchte. Und „Grenzerfahrung“ ist bei Arda wirklich wörtlich gemeint.

Im Mai 2026 lief er vom Badwater Basin im Death Valley bis zum Santa Monica Pier – 604,6 Kilometer in 123 Stunden, 21 Minuten und 10 Sekunden. Extreme Hitze, Schlafmangel und fast 6.000 Höhenmeter inklusive. Sein eigentliches Ziel, die Strecke innerhalb von 96 Stunden zu schaffen, verfehlte er.

Aufgeben? Kam trotzdem nicht infrage. Mehr als eine Million Menschen verfolgten die Challenge laut Red Bull über Livestreams – aus einem Ultra-Run wurde damit plötzlich ein riesiges Social-Media-Event. Und am Ziel wartete seine Mutter. Das versprochene Eis danach? Mehr als verdient – und so herrlich bodenständig normal.

Stars, die mehr bewegen als ihren Beliebtheitsscore

Bhavitha Mandava mit langem Ledertrenchcoat, weiter Jeans und Loafern auf Zebrastreifen
© 305pics/Getty Images

Bhavitha Mandava

DAFÜR FEIERN WIR SIE:  Als Model und Markenbotschafterin internationaler Luxusbrands.

IHR BESTER MOVE:  Sie entfacht die Debatte um kulturelle Repräsentation neu und eröffnete 2025 als erstes Model mit indischen Wurzeln eine Fashion-Show von Chanel.

SCHON GEWUSST?  Die 26-Jährige wurde von einem Modelscout in der U-Bahn in Brooklyn entdeckt.

Was möglich ist, wenn man wirklich will, zeigt auch der Weg von Model Bhavitha Mandava. Als Gesicht von Chanel bricht sie mit veralteten Standards westlicher Luxusmode und setzt damit ein Zeichen für die Sichtbarkeit von indischen Frauen.

Dabei sah ihr ursprünglicher Plan komplett anders aus: Bhavitha studierte zunächst Architektur in Indien und zog anschließend für einen Master in Interactive Design and Media an die NYU nach New York. Fashion-Karriere? Stand damals nicht unbedingt ganz oben auf ihrer Liste.

Nach ihrer Entdeckung ging es dann allerdings ziemlich schnell: Bottega Veneta, Dior, Courrèges und schließlich Chanel. Besonders full circle wurde es bei der Métiers-d’Art-Show 2025/26: Ausgerechnet in einer New Yorker Subway-Station eröffnete Bhavitha als erstes indisches Model überhaupt eine Chanel-Show – also an genau dem Ort, der mit ihrer ungewöhnlichen Entdeckungsgeschichte verbunden ist.

Sie selbst spricht offen darüber, wie wenig südasiatische Models auf den großen internationalen Castings noch immer vertreten sind. Ihr Erfolg ist deshalb größer als ein einzelner Runway-Moment.

Rapper Zartmann in blauem Bouclé-Hemd, weiter Waschjeans und schwarzen Lederschuhen vor Fotowand
© Tristar Media/Getty Images

Zartmann

DAFÜR FEIERN WIR IHN:  Als Rapper und Songwriter von Ohrwürmern wie „Tau mich auf“.

SEIN BESTER MOVE:  Zartmann positioniert sich öffentlich gegen Rechts, ruft seine Fans zum Wählen auf und setzt sich für Demokratie ein.

SCHON GEWUSST?  Wegen der politischen Positionierung eines Berliner Clubbesitzers entschied er sich, sein Konzert an einen anderen Ort zu verlegen.

Um eine klare Message ist Rapper Zartmann nie verlegen, er positioniert sich immer wieder laut und öffentlich gegen den Rechtsruck und zeigt, dass Popkultur auch politisch sein darf.

Was seine Haltung besonders relevant macht: Zartmann beschränkt politische Statements nicht auf einen einzelnen Post, sondern verbindet sie mit konkreten Entscheidungen.

Wenn er seine Community zum Wählen motiviert oder Konsequenzen daraus zieht, wer hinter einer Konzertlocation steht, wird aus Reichweite tatsächlich Handlung. Gerade in einer Musik- und Social-Media-Welt, in der politische Themen schnell als zu unbequem gelten, nutzt er seine Plattform damit ziemlich eindeutig.

Der Vibe: Haltung darf Teil von Popkultur sein – auch dann, wenn sie Konsequenzen hat.

Streamerin Rose Mondy im roten Satinklei, posiert mit Miss-Germany-Trophäe
© Jules Ebinal/@missgermany_official

Rose Mondy

DAFÜR FEIERN WIR SIE:  Als Streamerin des Jahres 2025 und 2026 auf Twitch.

IHR BESTER MOVE:  Rose ist absoluter Profi in Spielen wie Minecraft und zeigt, wie man selbstbewusst Männerdomänen zerlegt.

SCHON GEWUSST?  Die Streamerin gewann den Titel der Miss Germany 2026.

Genau wie Streamerin Rose Mondy, die als Kind syrischer Einwanderer offen über Alltagsrassismus spricht und Frauen ermutigt, sich selbstbewusst in Männerdomänen durchzusetzen.

Bei Rose treffen Gaming, gesellschaftliche Themen und eine ziemlich ungewöhnliche Karrierekurve aufeinander. Mit vier Jahren kam sie mit ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland und wuchs in Herne auf.

Später machte sie sich ausgerechnet in einer Branche einen Namen, in der Frauen noch immer gegen genügend Klischees antreten müssen: Gaming und Streaming.

2026 kam dann ein Titel dazu, den man früher wohl kaum automatisch mit Twitch verbunden hätte – Miss Germany. Der Wettbewerb versteht sich inzwischen weniger als klassische Beauty-Wahl und stärker als Plattform für Frauen mit Haltung und gesellschaftlichem Engagement.

Rose spricht dabei auch über schwierige Kapitel ihrer eigenen Geschichte, darunter Mobbing und Rassismus. Dass sie heute vor einer riesigen Community genau die Räume einnimmt, in denen sie sich früher vielleicht erst behaupten musste, macht ihren Erfolg umso stärker.

Sie alle machen vor, wie es geht. Denn am Ende braucht es genau diese Power, um etwas ins Rollen zu bringen – der nächste Move startet immer bei uns selbst.

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